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Am Fuß der zerfurchten Felsgipfel des Tulove Grede, 60 Kilometer entfernt von der sonnigen kroatischen Adriaküste,
öffnet sich auf einer Höhe von mehr als 1000 m das Plateau des Mali Alan. Die raue, eindrückliche Natur dieser
Bergregion, heute Nationalpark und Niemansland zwischen Kroatien und Serbien, verrät ebenso wenig von ihrer
kriegsbelasteten Vergangenheit und Aktualität wie von ihrer einstigen Funktion als Drehort für Wildwest-Szenerie
in Karl-May Produktionen der 60er und Folgejahre.
Sascha Pohles beschwerlicher Aufstieg zu jenen wie er sagt "Landschaften, die nicht die sind,
die sie vorgeben zu sein", geschieht im Sommer 2004 in Begleitung eines sachkundigen Führers
der kroatischen Minenräumanstalt Hrvatski centar za Razminiranje (HCR). Es ist ein Weg,
den der Betrachter mitzugehen hat, sozusagen eine filmische Wegzeichnung hin zu dem
letztlich unerreichten Ziel, dem Ort der finalen Schlacht des Häuptlings der Apachen
(Winnetou III, 1893/1968), die Dolac Poda Tulom (Große Grüne Wiese). Tretminen machen
dieses Gebiet unter dem Tulove Grede noch immer unpassierbar, daher musste sich kurzfristig
für eine sicherere Route entschieden werden. Doch geben die Fotografien eine vage Richtung und
die Zeichnung einen topografischen Überblick jenes emotionsbeladenen Ortes wieder, während
die Videoarbeit - ein Zusammenschnitt aus dokumentarischen und found-footage Filmmaterial
von Winnetou I und III - die Grenzen von Sascha Pohles Bewegungsspektrums verdeutlicht.
Die permanent existentielle Bedrohung und körperliche Anstrengung einer Expedition hin zu
den filmisch verklärten Originalschauplätzen spielt mit dem Moment des Taumelns zwischen
Sein und Nicht-Sein, zwischen Fiktion und Realität. Sascha Pohles neutrales Vermittlungsverfahren
verrät durch die Zurücknahme der Erzählinstanz und Dominanz des Modus ‘showing’ zudem eine
markante Innenperspektive, die bewusst massive Leerstellen erzeugt.
Ob es nun mit einer ernsthaften Naturuntersuchung zu tun hat, einer romantisch verklärten
Abenteuerreise oder Spurensuche in einem Land, dessen jüngere Geschichte besonders
gewalttätig und verworren ist, oder mit dem gegenteiligen Extrem, d.h. dass die Natur
einfach nur zum Objekt für das Ausspielen seiner Fantasien wird, ist stets miteinander verbunden.
Darin liegt gerade die Stärke seiner dreiteiligen Arbeit ‘Nomansland’ (angelehnt an Denis Tanvovic’
ausgezeichneten Film No Man’s Land (2002) über die mal absurde, mal öde, mal tragische Alltäglichkeit
des Krieges): in der inhaltlich wie formal beunruhigenden Überlappung eines dokumentarisch-registrierenden
Realismus mit den illusionsbildenden Potentialen filmischer Verfremdung. (R.B.)
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Marcus Kaiser
Achim Lengerer

Shannon Bool
Hartwig Schwarz

Lisa Oppenheim
Andreas Zybach

Andreas Gehlen
Sascha Pohle
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